
Man hält es kaum für möglich – Halle liegt zwar nicht am Meer, ist aber trotzdem Hansestadt und darüber hinaus eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Der Dreißigjährige Krieg, Freikorpskämpfe oder die Gründung der SPD im Oktober 1890 – Halle ist ein historischer Ort.
Nicht nur der Komponist Friedrich Georg Händel (1685-1759) wurde hier geboren, heute ist die Kulturoase an der Saale immer wieder Drehort für zahlreiche Filmproduktionen. Die Stadt besitzt eine bezaubernde Flusslandschaft und eine historische Architektur aus fünf Jahrhunderten. Beeindruckend ist die viertürmige Marktkirche, die mit 76 Glocken das zweitgrößte Glockenspiel der Welt besitzt. Der Marktplatz mit dem Roten Turm ist ein Blickfang für alle Locationscouts.
Obwohl die Beatles nie in Halle aufgetreten sind, glänzt die Stadt mit einem eigenen Beatles-Museum.
Mit der Kulturstiftung des Bundes hat in Halle einer der größten von öffentlicher Hand geförderten Kulturstiftungen Europas ihren Sitz. Seit ihrer Gründung im März 2002 hat sie rund 4.000 Projekte der Gegenwartskultur gefördert.
Man sieht nur das, was man weiß. Man weiß aber auch nur, was man einmal gesehen hat. Wenn filmisch erzählte Geschichte Zuschauer berührt, entsteht eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und der Biografie eines Landes. Dadurch, dass wir einander durch Geschichte verstehen lernen, können wir ein Gefühl dafür entwickeln, was Geschichte mit uns macht. Aber auch, wie wir sie selbst gestalten können. Genau dafür steht das Filmland Sachsen-Anhalt wie kaum ein zweites in Europa. Als ideenreiche Kreativ-Oase genauso wie mit dicht beieinanderliegenden Produktionsstätten. Mit vielen historischen Drehorten wie mit Menschen, die ihr Know how verstehen und die die Welt mit anderen Augen sehen. Sachsen-Anhalt ist mehr als nur eine Kamerafahrt wert.
Für historische Produktionen ein idealer Standort
Gerade für Sachsen-Anhalt gilt: Kultur kann nur über sich hinauswachsen, wo es große Kultur gibt. Bereits seit mehr als 500 Jahren ist Sachsen-Anhalt ein wahres Weltkulturerbe. Es ist das Flächenland mit der höchsten Dichte an UNESCO-Welterbestätten in Deutschland: Das Bauhaus in Dessau, die Lutherstädte Eisleben und Wittenberg, der Schlosspark Wörlitz, die Altstadt von Quedlinburg und der Naumburger Dom. Für Filmproduktionen heißt das: Sachsen-Anhalt ist wie der Aufbau einer Filmkulisse in Babelsberg – nur eben in echt!
Weltgeschichte – made in Sachsen-Anhalt
Von Sachsen-Anhalt ging immer auch ein prägnanter Hauch von außergewöhnlicher Kulturgeschichte aus: Martin Luther nagelte nicht nur seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg, sondern hatte auch entscheidenden Einfluss auf die deutsche Sprache. Das Bauhaus in Dessau revolutionierte die Formensprache in Architektur und Design. Ohne diese Inspiration aus Sachsen-Anhalt sähe Manhattan heute sicher anders aus.
Oder Otto von Guericke, der auch Jurist und Politiker war, erlangte Weltruhm durch seine Experimente zum Luftdruck mit den später berühmt gewordenen Magdeburger Halbkugeln. Kurz gesagt: Sachsen-Anhalt ist der Geburtsort der Moderne.
Durch seine hervorgehobene Rolle, die das Land im Mittelalter spielte, existiert noch heute eine filmreife Kulisse von Burgen, Schlössern und architektonischen Meilensteinen.
Kein Wunder, dass man Sachsen-Anhalt als ein perfektes Filmstudio nutzen kann. Filme wie „Der Medicus“, „Die Päpstin“ oder George Clooneys „Monuments men – ungewöhnliche Helden“ wurden in Sachsen-Anhalt gedreht. 2016 entstand in Wernigerode Francois Ozons preisgekrönter französisch-deutscher Film „Frantz“ - ein cineastisches Meisterwerk, das Geschichte als großes Gefühlsepos darstellt.
Keine Zukunft ohne Herkunft
Doch das, was heute möglich ist, hat eine filmreife Vorgeschichte, die sich über fast vier Jahrzehnte erstreckt: Im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt begann die DEFA bereits 1954 mit Dreharbeiten zu einem historischen Stoff in Quedlinburg. Wurden bis dahin hauptsächlich Industriefilme gedreht, wagte man sich hier an die Literaturverfilmung von Theodor Storms „Pole Poppenspäler“. Die DEFA als Garant außergewöhnlicher Literaturverfilmungen war damit geboren. Einen Film, den wohl jeder DDR-Bürger gesehen hat, ist „Die Abenteuer des Werner Holt“ nach dem Roman von Dieter Noll. 1979 wurde im Schloss Wernigerode die russische Verfilmung des Stoffes „Münchhausen“ gedreht.
Mit dem richtigen Herzschlag zur perfekten Produktion
Sachsen-Anhalt ist zwar kein Geheimtipp unter Filmschaffenden, sein offenes Geheimnis aber ist die Basis für gute Filme: In Halle und Magdeburg sind hervorragende Filmproduktionen, Caster und Filmschaffende aus allen denkbaren Bereichen ansässig. Das kommt nicht von ungefähr. Garanten dafür sind die Mitteldeutsche Filmförderung, die Film- und Medienproduktionen zu erfolgversprechenden Projekten macht. Aus- und Weiterbildungen von Filmschaffenden, aber auch Festivals zum Austausch liegen uns genauso am Herzen: die Professional Media Masterclass der Worklights Media Production GmbH, das Werkleitz Festival 2022 der Werkleitz Gesellschaft e.V. in Hettstedt, Weiterbildungen der International Academy of Media and Arts e.V., das 5. Wissenschafts- und Medienfestival „SILBERSALZ“ sowie die 15. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt jeweils in Halle machen allein dieses Jahr Sachsen-Anhalt zum Film-Kulturstandort par excellence.
